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Freitag, 9. Juli 2010

bluelectric Street View, Folge 15

Es ist wohl an der Zeit für eine weitere Folge aus der zuletzt etwas eingeschlafenen Reihe "bluelectric Street View". Anlass dazu ist die heutige Beratung des Bundesrates zu einer vom Hamburger Justizsenator ausgehenden Gesetzesinitiative mit dem Ziel, dem Google-Konzern beim Abfotografieren von bebauter Gegend (das ganze soll unter dem Produktnamen "Google Street View" auch in Deutschland die Orientierung vom heimischen Rechner aus... wo war ich stehen geblieben?) enge Fesseln anzulegen.

Und während wir über der nebenstehenden Abbildung des Berliner Hauptbahnhofes (entstanden im Mai 2009) ins Grübeln kommen, ob auch Hauptbahnhöfe ein Recht auf privacy für sich beanspruchen und mich juristisch zwingen können, sie (die Hauptbahnhöfe) künftig auf öffentlichen Darstellungen wie der nebenstehenden unkenntlich zu machen, greift der Populismus in der deutschen Politik weiter um sich. Ein datenfressender Popanz wird ausgemacht, während andere Firmen ungestört das gleiche machen dürfen und wirkliche Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger gerne von staatlicher Seite vorbereitet und - wenn's geht - auch durchgeführt werden.

Interessant ist bei der heute im Bundesrat mit eifrigem Nicken bedachten Gesetzesidee vor allem, dass nicht nur der Branchenverband BITKOM, dem wir bis zum Beweis des Gegenteils eine gewisse Sachkenntnis unterstellen wollen, sie heftig kritisiert, sondern auch der aktuelle Bundesinnenminister. Aber das scheint weiter keinen zu stören.

Solange ich aber nicht mit Google verwechselt und zum Löschen dieses Bildes gewzungen werde, berufe ich mich auf den m.E. immer noch gültigen Grundsatz der Panoramafreiheit und biete jedem an, dieses Bild ebenfalls unter Beachtung der CC-Lizenz, unter der es steht, weiter zu verwenden.

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